Aktuelles

Das DigitalLabor „Stendal besser machen“ ist beendet.

Vielen Dank für Ihr Engagement und Interesse.

Hier gelangen Sie zur Dokumentation und hier zu Ihren Ideen für ein noch besseres Stendal.



119 Ideen, um Stendal besser zu machen: Anerkennung und Dank von der Lokalpolitik

Abschlussveranstaltung brachte neue Kontakte und wertvolle Informationen.

Mehr als 60 Gäste waren am 22. Januar bei der digitalen Abschlussveranstaltung von „Stendal besser machen“ dabei. Auch Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz, Stadtratsvorsitzender Peter Sobotta und Landrat Patrick Puhlmann nahmen die Einladung von Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., Bertelsmann Stiftung und Körber-Stiftung an, um sich über das Projekt und die entstandenen Ideen für ein besseres Miteinander in Stendal zu informieren. Alle drei zeigten ihre Anerkennung für das Engagement der Stendaler:innen und signalisierten Unterstützung bei der weiteren Umsetzung.

Autofreie Altstadt, ein generationsübergreifendes Spielecafé, die kreative Gestaltung leerer Schaufenster, Gesangsprojekte für Kinder, eine Wertekultur für Stendal und Solarbänke als Begegnungsorte in der Stadt – das sind sechs von insgesamt 119 Ideen, die bei „Stendal besser machen“ entstanden sind. Die genannten sechs Ideen haben engagierte Bürger:innen bereits mit Unterstützung der Bertelsmann Stiftung und Freiwilligen-Agentur Altmark zu konkreten Projekten weiterentwickelt. Auch mit der Umsetzung haben die Gruppen vor Ort schon begonnen. Bei der digitalen Abschlussveranstaltung stellten die Engagierten ihre Projekte erstmals öffentlich vor und warben um weitere Unterstützung. Oberbürgermeister Klaus Schmotz drückte seine Anerkennung für alle Ideen aus. Sein persönlicher Favorit sei die Schaufenster-Idee: „Das ist auch im Hinblick auf den Sachsen-Anhalt-Tag ein schönes Projekt.“ Er verwies auf das städtische Vorbereitungsteam des Sachsen-Anhalt-Tages und die Arbeitsgruppe zum 1000-jährigen Stadtjubiläum als mögliche Unterstützer:innen und bot an, den Kontakt zu Eigentümern leerstehender Schaufenster herzustellen.

Stadtratsvorsitzender Peter Sobotta zeigte sich ebenfalls aufgeschlossen für die Unterstützung aller Projekte. Gleichzeitig machte er deutlich, dass aus seiner Sicht einige Ideen – wie die Belebung leerstehender Schaufenster und die Gesangsprojekte für Kinder – leichter umsetzbar seien, hingegen die Solarbänke und vor allem die autofreie Altstadt schwieriger zu realisieren seien. „Die autofreie Altstadt ist schon eines der dickeren Bretter. Das erfordert schon größere Anstrengungen, aber grundsätzlich sind wir dafür aufgeschlossen.“ Seinen persönlichen Favoriten fand Sobotta im generationsübergreifenden Spielecafé. Landrat Patrick Puhlmann war vor allem vom Gesangsprojekt begeistert: „Ich habe persönlich eine große Leidenschaft für das Singen. Das tollste Erlebnis, seitdem ich Landrat bin, war das gemeinsame Singen am 3. Oktober auf dem Marktplatz, natürlich mit Abstand.“ Aber auch von den Solarbänken als Begegnungsorten war Puhlmann angetan und kombinierte gleich beide Ideen miteinander: „Ich setze mich auch gern auf die Solarbank und singe dort mit anderen Leuten“.

Nach der Projektvorstellung, ging es im zweiten Teil der Veranstaltung um Networking und darum, weitere Mitstreiter:innen zu gewinnen: In sechs Break-Out-Sessions tauschten sich die Teilnehmer:innen der Veranstaltung über die einzelnen Projekte aus und planten das weitere Vorgehen. Hierbei wurden neue Kontakte geknüpft, wertvolle Informationen ausgetauscht und weitere Interessierte zum Mitmachen gewonnen. Am Ende der Veranstaltung zeigten sich alle Teilnehmenden sehr zufrieden und motiviert, die entwickelten Ideen und Projekte weiter voranzutreiben. Auch die Projektverantwortlichen zogen eine positive Bilanz: „Viele Bürger:innen haben tolle Ideen entwickelt, um Stendal besser zu machen. Und sie sind auch bereit, sich dafür weiter zu engagieren. Jetzt kommt es darauf an, dass Politik, Verwaltung und lokale Wirtschaft diese Ideen gemeinsam mit den Projektgruppen aus der Zivilgesellschaft voranbringen“, erklärte Projektleiterin Julia Tegeler von der Bertelsmann Stiftung.

Für die Bertelsmann Stiftung und die Körber-Stiftung war es der Abschluss des Projekts, für die Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. ein Zwischenstand. Sie wird die Engagierten bei der Umsetzung ihrer Projekte begleiten. „Alle, die mehr über die Projekte erfahren oder sich selbst mit einbringen wollen, können sich an das Team der Freiwilligen-Agentur Altmark wenden. Und natürlich sind auch neue Ideen willkommen, damit Stendal jeden Tag aufs Neue ein Stück besser werden kann“, sagte Marion Zosel-Mohr. Die Dokumentation der Projektergebnisse und alle weiteren Informationen gibt es auf der Online-Plattform: www.stendalbessermachen.de



„Breakout-Session? Was ist das denn?“

Eine Bilanz aus Moderatorensicht mit Hannes Rühlmann

Während der Nachbarschaftsgespräche und der Praxiswerkstatt sorgten Freiwillige aus Stendal in verschiedenen digitalen Räumen für den Gesprächsfluss, setzten Impulse und führten immer wieder die Prozesse aus den einzelnen Gruppen in der Hauptsession zusammen. Zu diesen 6 Kleingruppenmoderatorinnen und -moderatoren gehörte der 64-jährige Hannes Rühlmann, der sich Stendal sehr verbunden fühlt. Er war bei allen fünf Veranstaltungen aktiv und ließ sich schließlich von der Idee anstecken, leeren Schaufenstern in der Innenstadt wieder Leben einzuhauchen. Nach der Praxiswerkstatt schloss er sich der zuvor von ihm begleiteten Gruppe an. Die Stendaler Journalistin Edda Gehrmann, die das Projekt bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützte, zog mit ihm Bilanz.

Hannes, es sah so aus, als hättest Du eine Menge Spaß bei der Moderation gehabt…

Es hat mir definitiv Spaß gemacht, die Menschen kennenzulernen, auch wenn’s digital war. Ich bin ja ein absolut analoger Mensch, für mich war dieses Format schon eine Herausforderung. Ich sehe die Leute lieber in natura vor mir. Aber es hat funktioniert und es hat Spaß gemacht. Und wir haben ja auch eine Schulung zum Projekt bekommen.

Worum ging es dabei?

Wie ist der Ablauf, wie funktioniert dieses Projekt, wie ist das Zusammenspiel. Und ich sagte vorhin, ich bin ein analoger Mensch, ich kenne diese modernen Medien eben weniger. Wenn dann von Breakout-Sessions geredet wurde, dann fragte ich mich: ja, was ist das denn? Das war vollkommen neu für mich, da lerne ich mit meinen 64 Lenzen dann auch immer noch dazu. Solche Schulungen sind wichtig, damit alle beim Moderieren die gleichen Voraussetzungen haben. Es ging auch darum, dass für uns als Stendaler immer ein bisschen die Gefahr besteht, aus der Moderatorenrolle herauszufallen und sich der Diskussion in der Gruppe anzuschließen. Das sollte natürlich nicht sein. Meine Aufgabe als Moderator besteht ja darin, das Gespräch im Fluss zu halten, zu schauen, dass jeder auch drankommt, dass die Zeit eingehalten wird.

Du hast mitreißend moderiert und Deine Gruppen inspiriert. Es ist Dir nicht immer gelungen, in der Rolle des Außenstehenden zu bleiben, oder?

Nein, es ist mir nicht immer gelungen (lacht). Ich musste mich schon doll bremsen bei einigen Dingen. Wenn man mit Herzblut in solchen Projekten drin ist, dann erliegt man hier und da auch gern mal der Versuchung, sich ein bissel mit einzubringen. Das war schon eine Herausforderung für mich.

Du erwähntest schon zweimal, dass Du ein analoger Mensch bist. Was war Deine größte Befürchtung, als Du hörtest, dass alles digital laufen wird?

Ich hatte vor allem Bedenken bei den rein praktischen Sachen, beim Teilen der Dokumente untereinander zum Beispiel. Funktioniert das, kriegst du das hin. Ein paar Mal ist das bei mir schiefgegangen.

Stimmt, Ihr habt ja während der Moderation auch live am Computer mitgeschrieben, die Ideen-Steckbriefe zum Beispiel. Und die Dokumente mussten dann auch der Hauptmoderation zur Verfügung stehen, wenn alle Gruppen wieder zusammenkamen. Einmal hast Du ein Dokument gelöscht…

(Lacht) Ja, aber es haben alle Beteiligten mit Humor genommen und wir konnten es rekonstruieren. Ich hab vorher immer gesagt: Macht euch mal lieber noch Notizen, das könnte bei mir in die Hose gehen. Und dann hatte ich Bedenken, was den Umgang mit der Technik in den Gruppen betrifft, was sich teilweise auch bestätigt hat. Die Projektleitung hatte zwar dafür gesorgt, dass man sich bei Problemen immer an den technischen Support wenden konnte, aber das lief ja über Außenschleifen. Als Moderator weiß man nicht, passiert da jetzt gerade irgendwas, wird am Problem gearbeitet? Für mich war derjenige erstmal weg, wenn zum Beispiel die Internetverbindung zusammengebrochen ist, und manchmal wusstest Du nicht, ob er wieder auftaucht. Wenn ich analog moderiere, habe ich die Truppen vor mir sitzen und kann das Gespräch ganz anders steuern. Ich kann zum Beispiel auf Probleme mit einem Spaß reagieren, das bringt ein ganz anderes Klima. Ich finde, das Gespräch im digitalen Format hat ein kühles Klima, da kommen weniger Emotionen rüber. Es wird nicht mein Lieblingsthema werden.

Soweit zu den speziellen Herausforderungen des Formates. Warst Du auch positiv überrascht?

Ja, natürlich. Es hat mich positiv überrascht, dass eine ganze Reihe der Teilnehmer sehr engagiert dabei war und dass es zeitweise wirklich sehr lebhaft zuging. Das ist mir insbesondere in unserer Praxiswerkstatt zum Schluss aufgefallen. Diejenigen, die sich wirklich für die Themen interessiert haben, die waren auch bereit, eventuelle Hürden zu überspringen, um dann so effektiv wie möglich zu arbeiten. Man hat gemerkt, dass sich auch die Älteren mit der Computer-Problematik befasst haben, dass sie auch wirklich wollten, dass es funktioniert. Und dann natürlich die hervorragende Vorbereitung durch die Bertelsmann Stiftung und die Körber-Stiftung, der Aufwand, der dahinter steht, die ganze technische Logistik, das war schon beeindruckend. Wie uns die Partner unterstützt haben, die wir als Moderatoren zur Seite hatten, das war auch eine tolle Sache. Dann macht es auch wieder Spaß, weil man weiß, da wird einem der Rücken gestärkt, da ist immer jemand da, den du fragen kannst. Als sich in den Gruppen der Kern herauskristallisiert hatte, war es wirklich eine sehr angenehme Geschichte. Die beste Moderationsrunde war für mich die letzte.

Die Praxiswerkstatt. Warum?

Dort hatten sich wirklich die Leute gefunden, die das Thema interessiert, und dieser Kern hat dann vor Ideen gesprudelt. Ich hab mal in meiner Manager-Ausbildung gelernt, man kann keinen Menschen motivieren, weil die Motivation aus jedem Menschen selbst kommt, aber man kann sie herauskitzeln, und das ist die Kunst, das mache ich unheimlich gern. Die Möglichkeit hatte ich in der Praxiswerkstatt, weil es dort die effektivste Zusammenarbeit gab. In den Nachbarschaftsgesprächen war es ja auch sehr oft so, dass erstmal Menschen mit unterschiedlichen Interessen zusammenkamen, der eine war mehr für dieses Thema, der andere mehr für jenes. Es ist natürlich genauso wichtig, dass man das ‘rauskitzelt und guckt, wo die einzelnen Interessen liegen, damit man später genau dort hinkommt, wo wir mit der Praxiswerkstatt hingekommen sind: dass wir ganz zielorientiert arbeiten konnten.

Wenn Du noch einmal auf den gesamten Prozess zurückblickst, hast Du persönliche Highlights? Gab es Situationen, an die Du Dich besonders gerne erinnerst?

Es waren viele kleine Sachen. Für mich war immer wieder schön, wenn ich doch mal ein bisschen ausgerutscht und aus meiner Moderatorenrolle herausgefallen bin, haben die meisten gesagt: Hannes, das ist überhaupt kein Problem. Das Ergebnis war ja dann, dass mich die Schaufenster-Gruppe in der Praxiswerkstatt weggekascht hat. Das war nicht geplant, aber das fand ich irgendwie cool. Daran erinnere ich mich gerne. Schöne Momente passierten auch am Rande, wenn wir nach der Veranstaltung die Auswertung gemacht haben. Ich fand ganz toll, dass alle ehrlich miteinander umgegangen sind. Da war auch keine Scheu, mal zuzugeben, wenn es nicht so gut gelaufen ist, dann wurden Sachen umgestellt. Diesen Entwicklungsprozess im Projekt fand ich sehr angenehm. Besonders gefallen hat mir, wenn in den Gruppen die Ideen plötzlich wie so ein Geysir rauskamen. Erst war Totenstille und dann sprudelte es auf einmal los. Das sind tolle Momente, wo man als Moderator auch mal sagen kann: jepp, das habe ich jetzt richtig gemacht.

Und sind Dir bestimmte Ideen besonders im Gedächtnis geblieben?

Dieses Thema mit den Schaufenstern, das finde ich ganz spannend.

Sonst würdest Du jetzt nicht in der Gruppe mitmachen…

Genau. Das Thema ist absolut meins. Die Schaufenster spiegeln die Seele der Stadt wider. Wenn in den Schaufenstern alles bunt und toll ist - das müssen keine Auslagen sein, das kann auch ein Künstler sein - dann ist auch die Seele der Stadt bunt. Aber wenn die Schaufenster verklebt und verkleistert sind…

Würdest Du etwas ändern, wenn Du noch einmal in einem ähnlichen Projekt mitwirken würdest?

Die Moderation würde ich wieder genauso machen, aber ich würde mich technisch intensiver vorbereiten, damit ich da sicherer wäre. Ich hatte das immer im Hinterkopf: Funktioniert das jetzt? Wenn nicht, wie machst du das dann?

Und wenn Du von außen noch einmal auf das gesamte Projekt schaust, würdest Du da etwas anders machen?

Vom Aufbau her, wie es organisiert und umgesetzt wurde, finde ich das Projekt toll. Man darf ja nicht vergessen, dass es das erste Mal war, dass so etwas komplett in digitaler Form durchgezogen wurde. Wenn ein Projekt hinterher weiterlebt, und das sehe ich zumindest bei unserer Schaufenstertruppe, dann war’s auch wirklich gut. Dann haben die Leute was mitgenommen. Ich hätte mir nur gewünscht, dass die Beteiligung noch größer gewesen wäre, aber das war sicher auch dem ungewohnten Format geschuldet.





„Stendal besser machen“

Digitales Beteiligungsprojekt zieht Zwischenbilanz

Digitale Abschlussveranstaltung am 22. Januar 2021

Im September 2020 startete das Projekt „Stendal besser machen“. Ziel der gemeinsamen Aktion von Freiwilligen-Agentur Altmark, Bertelsmann Stiftung und Körber-Stiftung: Das Miteinander in der Hansestadt noch lebenswerter zu gestalten. Alle Bürger:innen waren eingeladen,auf einer Online-Plattform Vorschläge einzureichen, in Nachbarschaftsgesprächen gemeinsam Ideen zu entwickeln und sich in einer Praxiswerkstatt für deren Umsetzung zu engagieren. Coronabedingt wurde dasbundesweite Format „Meine Stadt besser machen“ dabei in Stendal erstmals vollständig digital umgesetzt. Am 22. Januar 2021 um 17.00 Uhr stellt das Projektteam in einer digitalen Abschlussveranstaltung via Zoom die Ergebnisse der Öffentlichkeit vor.

Rund 120 Vorschläge sind mittlerweile auf der Online-Plattformwww.stendalbessermachen.deauf einem digitalen Stadtplan zu finden. Bürger:innen haben sie direkt dort eingetragen oder gemeinsam in vier digitalen Nachbarschaftsgesprächen entwickelt. Anschließend fanden sich in einer digitalen Praxiswerkstatt sechs Gruppen zusammen, die ihre Ideen weiterausarbeiteten und inzwischen deren Umsetzung vorantreiben. Dazu zählen die autofreie Innenstadt, ein generationsübergreifendes Spiele-Café, die kreative Gestaltung leerer Schaufenster, Gesangsprojekte für Kinder, eine Wertekultur für Stendal und mehr Begegnungsorte in der Stadt.

Auf der Abschlussveranstaltung am 22. Januar präsentieren die Gruppen ihre Projekte den Vertreter:innen der lokalen Politik und der interessierten Öffentlichkeit. Außerdem gibt das Projektteam von Freiwilligen-Agentur, Bertelsmann Stiftung und Körber-Stiftung einen Einblick in den Beteiligungsprozess und die weiteren Ergebnisse von „Stendal besser machen“. Neben Oberbürgermeister Klaus Schmotz, der das Grußwort halten wird, werden auch der Stadtratsvorsitzende Peter Sobotta und Landrat Patrick Puhlmann teilnehmen. Darüber hinaus sind alle interessierten Bürger:innen zur Abschlussveranstaltung herzlich eingeladen. Sie können sich bis zum20. Januarauf der Online-Plattformwww.stendalbessermachen.de/calendaroder per E-Mail aninfo@stendalbessermachen.deanmelden.

Die Abschlussveranstaltung ist übrigens nicht das Ende von „Stendal besser machen“. Nach der ersten Projektphase mit Bertelsmann Stiftung und Körber-Stiftung setzen die Engagierten ihre Ideen in Eigenregie um und werden dabei weiter von der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. begleitet. Je nach Schwerpunkt ihres Vorhabens werben sie um Unterstützung u. a. in der Lokalpolitik, in der lokalen Zivilgesellschaft, Wirtschaft, bei Gewerbetreibenden, in Schulen und öffentlichen Einrichtungen und suchen weitere engagierte Bürger:innen, die in den Gruppen mitwirken möchten.

Anmeldung bis zum 21. Januar aufwww.stendalbessermachen.de/calendaroder per E-Mail aninfo@stendalbessermachen.de.





Stendal besser machen – Ein großer Schritt nach vorn

Praxiswerkstatt: Handlungspläne für sechs vielversprechende Ideen erarbeitet

Die Ideen-Entwickler von „Stendal besser machen“ sind am Mittwoch, 25. November, in der Praxiswerkstatt einen großen Schritt vorangekommen. Sechs Gruppen begaben sich mit dem Projektteam der Bertelsmann Stiftung und der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. in einen intensiven Prozess, bei dem sie ihre Ideen weiterentwickelten und ihre Umsetzung planten.

Gute Vorbereitung, lebendige Umsetzung, motivierte Mitstreiter*innen – wie die Stendaler Praxiswerkstatt zeigte, kann unter diesen Voraussetzungen auch digital an Ideen geschmiedet werden. Das Treffen startete mit einem Feedback der sechs Gruppen untereinander, bevor jede Gruppe mit klaren Arbeitsaufträgen ihre Idee weiterentwickelte: autofreie Altstadt Stendal, generationsübergreifendes Spielecafé, kreative Gestaltung leerer Schaufenster im Stadtzentrum, Förderung des gemeinsamen Singens, Wertekultur für Stendal und Begegnungsorte zur Kommunikation. Kleingruppenmoderator*innen führten jedes Team durch vorbereitete Fragebögen und ordneten die Gesprächsfäden. Im Mittelpunkt standen vor allem Fragen wie: Für wen machen wir das? Was gibt es dazu schon für gute Beispiele? Was unterscheidet uns von ähnlichen Projekten? Wer kann uns unterstützen? Bis wann wollen wir was erreicht haben? Wie setzen wir unsere Idee um? Welche Mittel werden dafür benötigt? Mit diesen Fragen zielte die Praxiswerkstatt auf die konkrete Umsetzung derjenigen Ideen, die in den Nachbarschaftsgesprächen entwickelt wurden. Die „Schaufenster-Gestalter“ zum Beispiel legten fest, mit einer Ortsbegehung in der Innenstadt zu beginnen, den Kontakt zu den Eigentümern der leeren Geschäfte zu suchen und ein Themenspektrum möglicher Aktionen zusammenzutragen.

Um den Arbeitsstand der Teams für alle sichtbar zu machen, kam in der Hauptsession ein imaginärer Bürgermeister ins Spiel. Ein Sprecher aus jeder Gruppe sollte ihm innerhalb von zwei Minuten seine Idee für Stendal skizzieren. Währenddessen zählte ein digitaler Timer den Countdown von zwei auf null herunter. Wie überzeugend die jeweilige Darstellung war, entschieden anschließend alle Teilnehmenden in einer Spontanumfrage. „Was meinst Du, werden die Stendaler*innen das Angebot nutzen? Was denkst Du, wird das Projekt umgesetzt?“ Ein Klick und das Umfrageergebnis erschien auf den Monitoren. Die Zuversicht war für nahezu alle Vorhaben groß. Lediglich bei der autofreien Altstadt teilten sich die Meinungen zur Umsetzbarkeit etwa fifty-fifty zwischen „Selbstverständlich“/„Ich glaube schon“ und „Bin mir nicht sicher“/„Unwahrscheinlich“. Die Unsicherheit bezog sich jedoch vor allem auf den geplanten Realisierungszeitraum bis Ende 2021, handelt es sich doch um ein Thema mit großem Diskussionsbedarf, bei dem viele Ebenen einbezogen und verschiedene Bedürfnisse beachtet werden müssen. Team „Autofrei“, das sich auf Marktplatz und Breite Straße konzentrieren will, sieht dem mit seinem konkreten Handlungsplan jedoch unerschrocken entgegen: Konzept erstellen bis Ende 2020, Interviewleitfaden ausarbeiten, Bürger*innen-Befragung, Hochschule einbeziehen, Gespräche mit Stadträten und Parteien, Einführung eines autofreien Tages, Antrag in den Stadtrat bringen.

Die angeregten Diskussionsrunden und die interaktiven Elemente der Praxiswerkstatt ließen vor den PC-Bildschirmen keine Müdigkeit aufkommen und nach drei Stunden blickten alle klarer in die Zukunft. Das Spielecafé startet mit einem Aktionskoffer für ein mobiles Angebot, das sich z. B. in Cafés bringen lässt, und verfolgt parallel das Ziel für einen eigenen Treffpunkt u. a. im Kontakt mit der Wohnungsbau-Genossenschaft „Altmark“ weiter. Die „Singen-Gruppe“ einigte sich auf Flashmobs zum lebendigen Adventskalender in der Stadt und überlegt, wie sich regelmäßig Gesang in Stendaler Innenhöfe bringen lässt. Das Team „Begegnungsorte der Kommunikation“ konzentriert sich darauf, mit Sonnenlicht betriebene Energiebänke nach Stendal zu holen. Und die Verfechter einer Wertekultur für das schöne Stendal planen Abenteuerstadtführungen für Kinder und Jugendliche. Dabei könnten auch Teenager eine Führung für Kinder gestalten, vielleicht sogar als Schulprojekt. Alle gemeinsam haben festgestellt, dass es Schnittstellen zwischen ihren Projekten gibt, die es näher zu betrachten lohnt.

Wie geht es weiter? „Unser Ziel ist es, die Arbeitsgruppen gemeinsam zum Erfolg zu führen. Alles, was in unserer Kraft steht, werden wir dafür tun und auf jeden Fall unser Netzwerk teilen“, sagt Marion Zosel-Mohr von der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. Bis zum 22. Januar 2021 sind noch mindestens zwei Treffen geplant. Dann soll in einer Veranstaltung zum Projekt „Stendal besser machen“ eine erste Zwischenbilanz gezogen werden. Sie bezieht auch die Vielzahl der Ideen ein, die in den Nachbarschaftsgesprächen geäußert, auf dem digitalen Stadtplan unterwww.stendalbessermachen.deeingetragen wurden oder uns per Postkarte und telefonisch erreichten. Diese sollen der lokalen Politik übergeben werden.




Stendal besser machen – Der Wert der Schönheit

Vierte Gesprächsrunde: Heimatliebe, Zweiradfreundlichkeit und mehr Begegnungsorte

Nach dem vierten Nachbarschaftsgespräch am Freitag, 6. November, ist die Ideenliste für die Praxiswerkstatt von „Stendal besser machen“ am 25. November komplett. Vor allem drei weitere Projektideen brachten die Teilnehmer ein: Fahrrad- und Rollstuhlfreundliches Stendal, Orte für mehr Begegnung und Austausch in der Nachbarschaft sowie Stadtführungen, die den Blick für die Schönheit Stendals öffnen. Dabei klang viel Zuneigung für die Hansestadt durch, die 2022 ihren 1000. Geburtstag feiert.

„Wir haben eine wunderbare Stadt.“Solche lobenden Worte gab es reichlich in der Gesprächsrunde am Freitagabend. Stendal besser machen – bedeute auch, die Stadt richtig kennenzulernen, ihre Schönheit wahrzunehmen und wertzuschätzen. Unter dem Stichwort „Wertekultur“ trug eine Gruppe von Teilnehmern daher erste Gedanken zusammen, wie diese Wertschätzung praktisch gefördert werden könnte. Spezielle Stadtführungen für Kinder z. B. oder Themenabende zu Restaurants, Kirchen oder Musik könnten Einheimischen die Augen für ihr Stendal öffnen. Kinder und Jugendliche könnten mehr über ihre Heimatstadt lernen undErwachsene ihre Verbundenheit mit der Stadt an die nächste Generation weitergeben. „Erleben – Anfassen – Erinnern“, so könnten nach Ansicht der Gruppe die Eckpunkte für ein Konzept heißen, das den Blick für das Schöne weckt und kultiviert.

Das Vorhandene zu schätzen schließt natürlich nicht aus, sich für Veränderungen stark zu machen. Wie schon in den drei Gesprächsrunden zuvor ging es auch dieses Mal um Defizite bei der Mobilität. Eine autofreie Innenstadt in Verbindung mit einem verbesserten Öffentlichen Personennahverkehr, mehr Sicherheit für Radfahrer, eine Fahrgemeinschafts-App für Stendal– flexible und umweltfreundliche Möglichkeiten der Fortbewegung scheinen den Stendalern ein echtes Anliegen zu sein. In der vierten Gesprächsrunde fand sich zu diesem Thema eine Gruppe zusammen, die sich für ein fahrrad- und rollstuhlfreundlicheres Stendal einsetzen möchte. „Auf zwei Rädern sicher durch die Stadt“ heißt ihre Projektidee. Während der Diskussion tauchte auch der Wunsch nach einer Fahrradstraße wieder auf, die der Stadtrat allerdings erst kürzlich abgelehnt hatte. Davon lässt sich das „Zweirad-Team“ jedoch nicht abschrecken und denkt über mögliche Verbündete nach. So existiert in Stendal bereits eine wachsende Pro-Fahrrad-Bewegung, angeführt von Fridays for Future. „Critical Mass“-Aktionen in der Stadt bringen das Thema Fahrradfreundlichkeit bereits regelmäßig in die Öffentlichkeit.

In drei Stunden Videokonferenz lassen sich Ideen erst einmal nur grob umreißen. Um sie weiter auszuarbeiten, ihre Machbarkeit auszuloten und konkrete erste Umsetzungsschritte festzulegen, findet die digitale Praxiswerkstatt am 25. November um 17.00 Uhr statt. Darauf setzt auch das dritte Ideen-Entwicklerteam aus dem vierten Nachbarschaftsgespräch. Die Beteiligten wünschen sich mehr Begegnungsorte für gemeinsamen Austausch in Stendal, drinnen (z. B. in großen Wohnblocks) wie draußen (z.B. Bänke). Die Idee der Gruppe: Viele kleine Angebote sollen die Einsamkeit von Menschen durchbrechen, die Leute miteinander ins Gespräch bringen und das gesellschaftliche Klima in der Stadt verbessern. Wie und wo solche Orte gestaltet werden können, darüber soll in der Praxiswerkstatt weiter gesprochen werden.

An der Praxiswerkstatt können alle Stendalerinnen und Stendaler teilnehmen, die sich an der Umsetzung einer der in den Nachbarschaftsgesprächen entwickelten Ideen beteiligen möchten.Wer sich über die Projektideen informieren will und bei der Praxiswerkstatt mitmachen möchte, wendet sich am besten bis zum 19. November direkt an die Freiwilligen-Agentur Altmark.

Ansprechpartner für „Stendal besser machen“ bei der Freiwilligen-Agentur Altmark ist David Messner, Tel. (03931) 56 56 320, E-Mail:info@stendalbessermachen.de.





Stendal besser machen – Gesang verbindet Generationen

Dritte Gesprächsrunde: Soziales Miteinander im Vordergrund

Mehr gemeinsames Singen, Kinderspielplätze neben Seniorenheimen und Patenschaften zwischen Jung und Alt: In der dritten Runde von „Stendal besser machen“ am Mittwoch, 4. November, stand das soziale Miteinander klar im Vordergrund. Das Gemeinschaftsprojekt der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung möchte aus den Menschen Ideen für mehr Lebensqualität in ihrer Heimatstadt herauskitzeln und deren Umsetzung unterstützen. Dass die Treffen momentan nur am Computer möglich sind, davon ließen sich die Teilnehmenden auch dieses Mal nicht die Lust am gemeinsamen Ideenschmieden verderben.

„Stendal ist auf dem Weg zur Kulturhauptstadt.“ Augenzwinkernd sprach ein Kulturfreund am Beginn des dritten Nachbarschaftsgespräches aus, wovon er träumt. Eines der beiden Projekte, die sich im Verlauf des Abends entwickelten, würde schon mal gut in die Bewerbung dafür passen: Stendal singt. Arbeitsgemeinschaften an Schulen sollen das gemeinschaftliche Singen in der Stadt fördern, gern auch in Verbindung mit Tanzen. Den Anstoß dazu gab ein Vater, der seinen Kindern die pure Freude am gemeinsamen Singen jenseits von Leistungsdruck wünscht, so, wie er sie regelmäßig als Chorsänger erfährt: „Wir sollten viel mehr zum Spaß und Wohlfühlen singen“. Deshalb schließt diese Idee auch regelmäßige „Gesangs-Flashmobs“ für alle auf öffentlichen Plätzen ein. Wie gern sich die Stendalerinnen und Stendaler von solchen Aktionen anstecken lassen, zeigte sich erst kürzlich wieder am 3. Oktober bei „Deutschland singt“ und wird – hoffentlich – am 24. Dezember wieder beim Weihnachtssingen auf dem Marktplatz zu erleben sein.

Gemeinsames Singen passt auch sehr gut hinein in die zweite Zukunftsidee des Abends, die in der Praxiswerkstatt am 25. November weiter vorangebracht werden soll. Unter dem Namen „KISO“ soll das Projekt Kinder und Senioren zusammenbringen. Die Arbeitsgruppe möchte damit den Austausch zwischen den Generationen fördern und dazu beitragen, dass Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bis ins hohe Alter möglich ist und die Jüngeren von den Erfahrungen der Älteren profitieren. Erste Ideen dafür sind Kindergärten direkt neben Seniorenheimen sowie Patenschaften zwischen Jung und Alt. Nun soll erst einmal recherchiert werden, was es in Stendal schon an Angeboten und Erfahrungen gibt. Beispielsweise kommen bereits regelmäßig Mädchen und Jungen aus einer Kindertagesstätte in das Senioren- und Betreuungszentrum „Am Schwanenteich“. Es geht den Ideen-Entwicklern jedoch nicht nur um Menschen in Heimen, sondern auch um „jüngere Senioren“, die z. B. gerade aus dem Berufsleben ausscheiden und Lust darauf haben, etwas gemeinsam mit Kindern zu machen, wie zum Beispiel Basteln.

„Ich freue mich, dass Ideen dazugekommen sind, die ganz stark das generationsübergreifende Miteinander und die Teilhabe im Blick haben. Stendal besser machen ist ein Projekt, das solche Ideen unterstützen und ins Leben bringen will“, zieht Projektleiterin Julia Tegeler von der Bertelsmann Stiftung ein Fazit der dritten Veranstaltung. Wie wichtig den Teilnehmenden das soziale Miteinander in ihrer Stadt ist, zeigte sich auch daran, dass Wert Respekt als Basis für ein gutes Zusammenleben immer wieder in der Diskussion auftauchte. „Respekt vor jedem Lebewesen ist ein Minimum an Miteinander. Denn nur so können wir miteinander auskommen. Das ist total notwendig in dieser Gesellschaft und das sollten die Leute auch schon ihren Kindern beibringen“, sagte eine Teilnehmerin.

Mit der autofreien Altstadt, dem generationsübergreifenden Spielecafé, der Minibus-App, der kreativen Belebung leerer Schaufenster in der Innenstadt, den Arbeitsgemeinschaften für gemeinsames Singen und dem Kinder- und Senioren-Projekt „KISO“ stehen bisher sechs Ideen fest, die am 25. November ab 17.00 Uhr in der Praxiswerkstatt vertieft werden. Hinzukommen zahlreiche Ideen, die Stendalerinnen und Stendaler bereits auf der Online-Plattform www.stendalbessermachen.de eingebracht haben und noch bis zum 20. November einbringen können. Jeder, der an den Themen mitarbeiten möchte, ist herzlich eingeladen und kann sich auf der genannten Internetseite bereits jetzt für die Praxiswerkstatt anmelden –unabhängig davon, ob er oder sie zuvor an einem Nachbarschaftsgespräch teilgenommen hat. Dazu gibt es aber auch noch eine letzte Gelegenheit: Am Freitag, 6. November, um 17.00 Uhr, startet das letzte Nachbarschaftsgespräch. zu dem alle interessierten Stendalerinnen und Stendaler herzlich eingeladen sind. Anmeldungen sind auf www.stendalbessermachen.dekurzfristig noch möglich. Ansprechpartner für „Stendal besser machen“ bei der Freiwilligen-Agentur Altmark ist David Messner, Tel. (03931) 56 56 320, E-Mail: info@stendalbessermachen.de



Stendal besser machen - Mobilität bewegt die Gemüter

Zweite Gesprächsrunde: Minibus-App, lebendige Innenstadt und besseres Miteinander

Minibusse per App bestellen – auch im zweiten Nachbarschaftsgespräch des Projektes „Stendal besser machen“ nahm die Mobilität wichtigen Raum ein. Waren es beim ersten digitalen Treffen die autofreie Altstadt und ein Spielecafé für alle Generationen, so zeigten sich am Mittwoch, 28. Oktober, ein flexibleres Konzept für den Öffentlichen Nahverkehr und die Belebung leerer Schaufenster in der Innenstadt als wichtige Bedürfnisse, um mehr Lebensqualität in die Hansestadt zu bringen.

„Ich komme aus dem Haus und die Stadt ist ein großer Park geworden ... Der Nahverkehr besteht aus kleinen Autos, die Menschen einsammeln … Die Menschen kommen entspannt von einem Ort zum anderen. Eigene Autos braucht man nicht.“ So klingt die Vision einer Stendalerin vom Leben in ihrer Heimatstadt. Ein anderer Teilnehmer träumt: „Ich muss mir keine Sorgen machen, wenn ich kurz irgendwohin muss. Es fahren ständig kleine Zubringer für 5 bis 10 Leute...“ Auch die zweite Online-Konferenz für ein besseres Stendal, wieder organisiert von der Freiwilligen-Agentur Altmark in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung, führte von der Traumreise zu konkreten Ideen.

In Bezug auf das Thema „Mobilität“ favorisierte eine Arbeitsgruppe schließlich Minibusse nach dem Prinzip Sammeltaxi, die über eine App individuell und flexibel bestellt werden können. Das gegenwärtige Rufbus-Angebot, da war man sich einig, habe viel zu lange Vorlaufzeiten. Von einer „Minibus-App“ profitieren würden zum Beispiel Pendler, die zum Bahnhof wollen, Menschen ohne Führerschein und Fahrzeug, Leute, die ihr Auto nur gelegentlich benötigen und dann ganz darauf verzichten könnten, ältere Menschen, Mobilitätseingeschränkte, Kulturfreunde, Kinder und Jugendliche, um zu Freizeitaktivitäten zu gelangen und letztlich deren Eltern, die das Auto stehenlassen können. Unterm Strich: mehr Nahverkehr statt Individualverkehr, sicherere Straßen, bessere Luft in der Stadt.

Wer künftig mit einem per App bestellten Minibus in die Innenstadt kommt, soll dort nach den Vorstellungen eines anderen Ideen-Entwickler-Teams keine leeren Schaufenster mehr vorfinden. Die verwaisten Auslagen nicht vermieteter Läden sollen voll, bunt und lebendig werden. Dort könnten beispielsweise Vereine für sich werben, Schulklassen Kreatives präsentieren, Handarbeitszirkel oder Malgruppen Sehenswertes zeigen. Ansätze dafür gab es in Stendal vor Jahren schon einmal im Uppstall-Kaufhaus, gute Beispiele finden sich auch in anderen Städten. Wenn am 25. November in der digitalen Praxiswerkstatt die „Spielecafé-Verfechter“ auf die „Schaufenster-Gestalter“ treffen und das Team „Autofreie Altstadt“ mit den „Minibus-Appern“ in den Austausch kommt, sind weitere spannende Resultate zu erwarten. Dazu ist jeder, der zu diesen Themen mitdiskutieren möchte, herzlich eingeladen und kann sich auf der Internetseitewww.stendalbessermachen.dejetzt schon für die Praxiswerkstatt anmelden.

Vielfach offenbarte sich in den bisherigen zwei Runden neben dem Wunsch nach einer grünen, sauberen Stadt vor allem das Bedürfnis nach einem besseren Miteinander: Menschen, die freundlich aufeinander zugehen und sich herzlich begrüßen, Gruppen, zu denen man sich auf der Straße einfach dazugesellen kann, ein Straßenfest, bei dem Anonymität verschwindet. „Auch wenn es in der Realität nicht immer so ist: Ich glaube, wir werden von der tiefen Sehnsucht getragen nach Werten wie Respekt, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn. Die Menschen, die zu uns kommen, bestätigen uns immer wieder, wie wichtig ihnen das ist“, sagt Marion Zosel-Mohr von der Freiwilligen-Agentur Altmark.

„Stendal besser machen“ bietet Gelegenheiten, in der Nachbarschaft selbst aktiv zu werden. Die nächsten Gesprächstermine, ebenfalls als Online-Konferenzen, finden am Mittwoch, 4. November, und Freitag, 6. November, jeweils um 17.00 Uhr statt. Anmeldung unter:www.stendalbessermachen.de. Ein Hinweis dazu: Als das Projekt geplant und die Flyer gedruckt wurden, waren noch persönliche Treffen in verschiedenen Stadtteilen vorgesehen. Deshalb sind die Termine noch nach diesen Stadtteilen benannt. Für die Mitwirkung im „Digitallabor“ spielt der Wohnort innerhalb Stendals jedoch keine Rolle. Alle interessierten Stendalerinnen und Stendaler sind herzlich eingeladen.

Ansprechpartner für „Stendal besser machen“ bei der Freiwilligen-Agentur Altmark ist David Messner, Tel. (03931) 56 56 320, E-Mail:info@stendalbessermachen.de




Stendalerinnen und Stendaler antworten auf unsere Fragen:





"Wenn's um die Kreisstadt geht, ist auch Stendals Landrat Patrick Puhlmann dabei. Seine Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger:


Oberbürgermeister Klaus Schmotz begrüßt unsere Initiative "Stendal besser machen" in einer Videobotschaft.





Nachbarschaftsgespräch Nummer 1:
„Autofreie Altstadt“ und „Spiele-Café für Generationen“

Dynamisch, abwechslungsreich, lebendig, erstaunlich kurzweilig und überraschend ergebnisreich – die Bilanz des ersten Nachbarschaftsgespräches unter dem Motto „Stendal besser machen“ am 14. Oktober fällt durchweg positiv aus. So groß wie die Sorge, ob das digitale Konzept aufgehen würde, war am Mittwochabend die Freude über den gelungenen Start. Das bundesweite Format „Meine Stadt besser machen“ wird in Stendal erstmals vollständig digital umgesetzt. Zehn Menschen aus Stendal, jüngere und ältere, Frauen und Männer, entwickelten in einem Zoom-Meeting Ideen für mehr Lebensqualität in ihrer Heimatstadt. Einige hatten sich von zu Hause aus mit dem Feierabendbier zugeschaltet, andere teilten sich Laptop und Pizza in der Kleinen Markthalle bei der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., die das Projekt in Stendal als Partnerin der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung organisiert.

Das von der Bertelsmann Stiftung entwickelte Gesprächsformat ließ die befürchtete digitale Distanz gar nicht erst aufkommen. In kurzen Einheiten von zwei bis 25 Minuten wurden die Teilnehmenden vom persönlichen Kennenlernen über gemeinsames Träumen bis zum Ideen-Steckbrief geführt. Der Technische Support Nico Harke schickte die Diskutierenden abwechselnd in digitale Räume für Zweier- und Vierergruppen und vereinte nach den „Breakout-Sessions“ alle wieder zur großen Gruppe auf dem Monitor. Die flüssige Gesamtmoderation von Linnea Riensberg im Zusammenspiel mit Chatmoderatorin Julia Tegeler von der Bertelsmann Stiftung undden beiden Stendaler Kleingruppen-Moderatoren Hannes Rühlmann und Kristina Oelze ließ keine Hängepartien zu.

Am Anfang stand der Austausch über persönliche Lieblingsplätze und somit die Wertschätzung dafür, dass Stendal bereits ein lebenswerter Ort ist. Der Stadtsee wurde mehrfach genannt, der Schwanenteich war dabei, und so verwundert es nicht, dass auch einige der Zukunftswünsche mit Natur und Nachhaltigkeit zu tun haben. „Woran erkennen wir, dass unsere Nachbarschaft so ist, wie wir es uns erträumt haben?“ Als Antwort auf diese Frage entstand folgendes Bild: Wir haben einen funktionierenden, barrierefreien öffentlichen Nahverkehr mit 5- bis 10-Minuten-Takt wie in Berlin. Abends sind mehr Lichter in der Innenstadt zu sehen, statt hochgeklappter Bordsteine hat Stendal ein Nachtleben. Es fahren keine Autos mehr und wo früher Parkplätze waren, wachsen Bäume, auch Obstbäume, von denen sich jeder etwas pflücken kann. In den Fenstern stehen mehr Blumenkästen und von den Laternen in der Breiten Straße ranken Geranien. Es gibt mehr Bänke, auf denen die Menschen zusammensitzen, und mehr Spielplätze, darunter auch einen richtig großen und einen „Indoorspielplatz“ (in einem Gebäude). Stendal ist sauberer –kein verstreuter Müll und Hundekot mehr. Die Menschen achten auf Nachhaltigkeit, gehen freundlich, liebevoll und wertschätzend miteinander um.

Aus den Wunschvorstellungen galt es machbare Ideen für Stendal herauszukristallisieren und sich auf die vielversprechendsten zu einigen, die in zwei Teams weiterverfolgt werden sollen. Mit der „Autofreien Altstadt Stendal“ packte Gruppe 1 ein großes Thema an. In ihrem Ideensteckbrief sind die Gründe dafür aufgezählt: CO2-Ausstoß verringern, mehr Platz für Cafés, Treffpunkte und Grünflächen. Aber wie kommt man dann ins Zentrum? Erste Vorschläge wurden festgehalten: Das Auto bleibt im Parkhaus am Stadtrand stehen, kleine Shuttle-Sharing-Busse fahren in die Innenstadt, für Radfahrer gibt es sichere Fahrradabstellanlagen. Gruppe 2 widmete sich einem „Spiele-Café“, um das generationsübergreifende Miteinander zu stärken und Spaß in den Alltag zu bringen. In der Diskussion über mögliche Partner kam die Wohnungsbaugenossenschaft Altmark ins Spiel. Sie gestaltet gerade ein Wohnquartier im Stadtsee-Gebiet neu und plant ein Nachbarschaftszentrum als Begegnungsort. Das Spiele-Café-Team startete schon mit einem konkreten Auftrag in die Umsetzung: Kontakt aufnehmen!

Am 25. November um 17.00 Uhr treffen sich alle bei der Praxiswerkstatt wieder, um weiter an ihren Ideen zu feilen. Überredet werden musste niemand. Auch das ist ein Indiz dafür, dass das Nachbarschaftsgespräch im „Digitallabor“ bestens funktioniert hat. Ein weiteres: In den drei Stunden des Online-Treffens gab es nur zehn Minuten Pause und die Zeit wurde trotzdem nicht lang. Dafür sorgten auch Superheld*innen-Pose, die Suche nach inspirierenden Gegenständen, Applaus und virtuelles Anstoßen.

Neugierig geworden? Mitmachen!

Wer an den Ideen „Autofreie Altstadt“ und „Spiele-Café“ mitarbeiten möchte, kann mit der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. Kontakt aufnehmen (03931/5656320,info@fa-altmark.de) oder sich direkt zurPraxiswerkstatt am 25. Novemberanmelden.

Es gibt weitere drei Nachbarschaftsgespräche, bei denen Sie eigene Ideen einbringen können.Hier geht’s zu den Terminen.




„Stendal besser machen!“

Digitales Beteiligungsprojekt sucht neue Ideen für nachbarschaftliches Miteinander

Stendal, 22.09.2019.

Ein neues Projekt will in Stendal den Zusammenhalt in der Nachbarschaft stärken. Das Ziel:das Miteinander in den Stadt- und Ortsteilen noch lebenswerter gestalten. „Stendal besser machen“ heißt die gemeinsame Aktion von Freiwilligen-Agentur Altmark, Bertelsmann Stiftung und Körber-Stiftung, die vom 22.09.2020 bis zum 28.11.2020 läuft. Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind eingeladen, auf einer Online-Plattform Vorschläge einzureichen, in Nachbarschaftsgesprächen gemeinsam Ideen zu entwickeln und sich in einer Praxiswerkstatt für deren Umsetzung zu engagieren. Zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten ist die „Kleine Markthalle“.

Online-Portal mit Stadtkarte

Die Websitewww.stendalbessermachen.desoll die digitale Ideenschmiede für die Stadt werden, an der sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.Auf einem digitalen Stadtplan können konkrete Ideen und Vorschläge notiert und kommentiert werden. „Gefragt sind alle Ideen, die das Miteinander in Stendal noch lebenswerter machen. Das können Vorschläge zu den unterschiedlichsten Themenbereichen sein – zum Beispiel zu Teilhabe und Sozialem, Bildung, Wohnen, Kultur und Freizeit, Wirtschaft und Arbeit bis hin zu Nachhaltigkeit und Mobilität“, erklärt Marion Zosel-Mohr, Geschäftsführerin der Freiwilligen-Agentur Altmark. Die Website ist ab dem 22.09.2020 online und bis zum 20.11.2020 können Ideen auf der digitalen Stadtkarte eingetragen werden.

Digitale Nachbarschaftsgespräche

Die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sollen aber nicht allein auf dem Stadtplan eingetragen werden, sondern die Menschen in Stendal sollen auch miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Ideen entwickeln und diskutieren. Deshalb finden im Oktoberund November mehrere digitale Nachbarschaftsgespräche statt. „Wir laden alle Stendalerinnen und Stendaler in ein digitales Ideenlabor ein. Hier können sie sich über ihre Wünsche und Ideen für ein gut nachbarschaftliches Miteinander austauschen und gemeinsam kreativ werden. Zusammen mit anderen lassen sich oft die besten Ideen entwickeln.“, erklärt Julia Tegeler, Projektverantwortliche der Bertelsmann Stiftung. Weitere Infos und alle Termine finden sich auf der Plattformwww.stendalbessermachen.de

Digitale Praxiswerkstatt

Die Ideen, die auf der Online-Plattform und in den Nachbarschaftsgesprächen gesammelt werden, sollen möglichst bald umgesetzt werden. Deshalb wird Ende November eine digitale Praxiswerkstatt durchgeführt. Hier können engagierte und interessierte Menschen ihre Ideen gemeinsam mit dem „Stendal besser machen“-Projektteam weiterentwickeln und konkrete Projekte planen.Kleinere Projekte können danach direkt umgesetzt werden. Für größere Ziele und Vorhaben werden gemeinsam längerfristige Möglichkeiten zur Umsetzung erarbeitet.

Die Kleine Markthalle als Anlaufstelle

Wer über die digitale Stadtkarte und die digitalen Nachbarschaftsgespräche hinaus Ideen für ein besseres Miteinander einbringen und ins Gespräch darüber kommen möchte, kann auch in die Kleine Markthalle in der Hallstraße 49 kommen. Dort kann man sich direkt mit dem „Stendal besser machen“-Projektteam der Freiwilligen Agentur Altmark austauschen und Ideen analog einbringen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

„Stendal besser machen“ als Teil einer bundesweiten Initiative

Die Aktion „Stendal besser machen“ ist übrigens Teil einer bundesweiten Initiative: Die Körber-Stiftung realisiert bundesweit „Meine Stadt besser machen“-Projekte in Kooperation mit lokalen Partnern – immer angepasst an das, was vor Ort gebraucht wird. „Unsere Beteiligungsformate setzen unmittelbar vor Ort an und laden dazu ein, gemeinsam konkrete Lösungsideen und Vorschläge für die zentralen Zukunftsfragen in der Nachbarschaft, im Quartier und der eigenen Stadtgesellschaft zu entwickeln. Jedes Stadt-Projekt ist dabei an fünf Prinzipen ausgerichtet: Es ist aufsuchend, gemeinwohlorientiert, analog und digital, themenoffen und fördert Engagement.“ so Programmleiter Hannes Hasenpatt, von der Körber-Stiftung. Das Projekt in Stendal ist aber auch etwas ganz Besonderes: Denn hier geht die Stiftung neue Wege. Mit dem DigitalLabor „Stendal besser machen“ wird das Format erstmals vollständig digital erprobt.

Flyer - Stendal besser machen