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Stendal besser machen - Mobilität bewegt die Gemüter

Zweite Gesprächsrunde: Minibus-App, lebendige Innenstadt und besseres Miteinander

Minibusse per App bestellen – auch im zweiten Nachbarschaftsgespräch des Projektes „Stendal besser machen“ nahm die Mobilität wichtigen Raum ein. Waren es beim ersten digitalen Treffen die autofreie Altstadt und ein Spielecafé für alle Generationen, so zeigten sich am Mittwoch, 28. Oktober, ein flexibleres Konzept für den Öffentlichen Nahverkehr und die Belebung leerer Schaufenster in der Innenstadt als wichtige Bedürfnisse, um mehr Lebensqualität in die Hansestadt zu bringen.

„Ich komme aus dem Haus und die Stadt ist ein großer Park geworden ... Der Nahverkehr besteht aus kleinen Autos, die Menschen einsammeln … Die Menschen kommen entspannt von einem Ort zum anderen. Eigene Autos braucht man nicht.“ So klingt die Vision einer Stendalerin vom Leben in ihrer Heimatstadt. Ein anderer Teilnehmer träumt: „Ich muss mir keine Sorgen machen, wenn ich kurz irgendwohin muss. Es fahren ständig kleine Zubringer für 5 bis 10 Leute...“ Auch die zweite Online-Konferenz für ein besseres Stendal, wieder organisiert von der Freiwilligen-Agentur Altmark in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung, führte von der Traumreise zu konkreten Ideen.

In Bezug auf das Thema „Mobilität“ favorisierte eine Arbeitsgruppe schließlich Minibusse nach dem Prinzip Sammeltaxi, die über eine App individuell und flexibel bestellt werden können. Das gegenwärtige Rufbus-Angebot, da war man sich einig, habe viel zu lange Vorlaufzeiten. Von einer „Minibus-App“ profitieren würden zum Beispiel Pendler, die zum Bahnhof wollen, Menschen ohne Führerschein und Fahrzeug, Leute, die ihr Auto nur gelegentlich benötigen und dann ganz darauf verzichten könnten, ältere Menschen, Mobilitätseingeschränkte, Kulturfreunde, Kinder und Jugendliche, um zu Freizeitaktivitäten zu gelangen und letztlich deren Eltern, die das Auto stehenlassen können. Unterm Strich: mehr Nahverkehr statt Individualverkehr, sicherere Straßen, bessere Luft in der Stadt.

Wer künftig mit einem per App bestellten Minibus in die Innenstadt kommt, soll dort nach den Vorstellungen eines anderen Ideen-Entwickler-Teams keine leeren Schaufenster mehr vorfinden. Die verwaisten Auslagen nicht vermieteter Läden sollen voll, bunt und lebendig werden. Dort könnten beispielsweise Vereine für sich werben, Schulklassen Kreatives präsentieren, Handarbeitszirkel oder Malgruppen Sehenswertes zeigen. Ansätze dafür gab es in Stendal vor Jahren schon einmal im Uppstall-Kaufhaus, gute Beispiele finden sich auch in anderen Städten. Wenn am 25. November in der digitalen Praxiswerkstatt die „Spielecafé-Verfechter“ auf die „Schaufenster-Gestalter“ treffen und das Team „Autofreie Altstadt“ mit den „Minibus-Appern“ in den Austausch kommt, sind weitere spannende Resultate zu erwarten. Dazu ist jeder, der zu diesen Themen mitdiskutieren möchte, herzlich eingeladen und kann sich auf der Internetseitewww.stendalbessermachen.dejetzt schon für die Praxiswerkstatt anmelden.

Vielfach offenbarte sich in den bisherigen zwei Runden neben dem Wunsch nach einer grünen, sauberen Stadt vor allem das Bedürfnis nach einem besseren Miteinander: Menschen, die freundlich aufeinander zugehen und sich herzlich begrüßen, Gruppen, zu denen man sich auf der Straße einfach dazugesellen kann, ein Straßenfest, bei dem Anonymität verschwindet. „Auch wenn es in der Realität nicht immer so ist: Ich glaube, wir werden von der tiefen Sehnsucht getragen nach Werten wie Respekt, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaftssinn. Die Menschen, die zu uns kommen, bestätigen uns immer wieder, wie wichtig ihnen das ist“, sagt Marion Zosel-Mohr von der Freiwilligen-Agentur Altmark.

„Stendal besser machen“ bietet Gelegenheiten, in der Nachbarschaft selbst aktiv zu werden. Die nächsten Gesprächstermine, ebenfalls als Online-Konferenzen, finden am Mittwoch, 4. November, und Freitag, 6. November, jeweils um 17.00 Uhr statt. Anmeldung unter:www.stendalbessermachen.de. Ein Hinweis dazu: Als das Projekt geplant und die Flyer gedruckt wurden, waren noch persönliche Treffen in verschiedenen Stadtteilen vorgesehen. Deshalb sind die Termine noch nach diesen Stadtteilen benannt. Für die Mitwirkung im „Digitallabor“ spielt der Wohnort innerhalb Stendals jedoch keine Rolle. Alle interessierten Stendalerinnen und Stendaler sind herzlich eingeladen.

Ansprechpartner für „Stendal besser machen“ bei der Freiwilligen-Agentur Altmark ist David Messner, Tel. (03931) 56 56 320, E-Mail:info@stendalbessermachen.de




Stendalerinnen und Stendaler antworten auf unsere Fragen:





"Wenn's um die Kreisstadt geht, ist auch Stendals Landrat Patrick Puhlmann dabei. Seine Botschaft an die Bürgerinnen und Bürger:


Oberbürgermeister Klaus Schmotz begrüßt unsere Initiative "Stendal besser machen" in einer Videobotschaft.





Nachbarschaftsgespräch Nummer 1:
„Autofreie Altstadt“ und „Spiele-Café für Generationen“

Dynamisch, abwechslungsreich, lebendig, erstaunlich kurzweilig und überraschend ergebnisreich – die Bilanz des ersten Nachbarschaftsgespräches unter dem Motto „Stendal besser machen“ am 14. Oktober fällt durchweg positiv aus. So groß wie die Sorge, ob das digitale Konzept aufgehen würde, war am Mittwochabend die Freude über den gelungenen Start. Das bundesweite Format „Meine Stadt besser machen“ wird in Stendal erstmals vollständig digital umgesetzt. Zehn Menschen aus Stendal, jüngere und ältere, Frauen und Männer, entwickelten in einem Zoom-Meeting Ideen für mehr Lebensqualität in ihrer Heimatstadt. Einige hatten sich von zu Hause aus mit dem Feierabendbier zugeschaltet, andere teilten sich Laptop und Pizza in der Kleinen Markthalle bei der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V., die das Projekt in Stendal als Partnerin der Bertelsmann Stiftung und der Körber-Stiftung organisiert.

Das von der Bertelsmann Stiftung entwickelte Gesprächsformat ließ die befürchtete digitale Distanz gar nicht erst aufkommen. In kurzen Einheiten von zwei bis 25 Minuten wurden die Teilnehmenden vom persönlichen Kennenlernen über gemeinsames Träumen bis zum Ideen-Steckbrief geführt. Der Technische Support Nico Harke schickte die Diskutierenden abwechselnd in digitale Räume für Zweier- und Vierergruppen und vereinte nach den „Breakout-Sessions“ alle wieder zur großen Gruppe auf dem Monitor. Die flüssige Gesamtmoderation von Linnea Riensberg im Zusammenspiel mit Chatmoderatorin Julia Tegeler von der Bertelsmann Stiftung undden beiden Stendaler Kleingruppen-Moderatoren Hannes Rühlmann und Kristina Oelze ließ keine Hängepartien zu.

Am Anfang stand der Austausch über persönliche Lieblingsplätze und somit die Wertschätzung dafür, dass Stendal bereits ein lebenswerter Ort ist. Der Stadtsee wurde mehrfach genannt, der Schwanenteich war dabei, und so verwundert es nicht, dass auch einige der Zukunftswünsche mit Natur und Nachhaltigkeit zu tun haben. „Woran erkennen wir, dass unsere Nachbarschaft so ist, wie wir es uns erträumt haben?“ Als Antwort auf diese Frage entstand folgendes Bild: Wir haben einen funktionierenden, barrierefreien öffentlichen Nahverkehr mit 5- bis 10-Minuten-Takt wie in Berlin. Abends sind mehr Lichter in der Innenstadt zu sehen, statt hochgeklappter Bordsteine hat Stendal ein Nachtleben. Es fahren keine Autos mehr und wo früher Parkplätze waren, wachsen Bäume, auch Obstbäume, von denen sich jeder etwas pflücken kann. In den Fenstern stehen mehr Blumenkästen und von den Laternen in der Breiten Straße ranken Geranien. Es gibt mehr Bänke, auf denen die Menschen zusammensitzen, und mehr Spielplätze, darunter auch einen richtig großen und einen „Indoorspielplatz“ (in einem Gebäude). Stendal ist sauberer –kein verstreuter Müll und Hundekot mehr. Die Menschen achten auf Nachhaltigkeit, gehen freundlich, liebevoll und wertschätzend miteinander um.

Aus den Wunschvorstellungen galt es machbare Ideen für Stendal herauszukristallisieren und sich auf die vielversprechendsten zu einigen, die in zwei Teams weiterverfolgt werden sollen. Mit der „Autofreien Altstadt Stendal“ packte Gruppe 1 ein großes Thema an. In ihrem Ideensteckbrief sind die Gründe dafür aufgezählt: CO2-Ausstoß verringern, mehr Platz für Cafés, Treffpunkte und Grünflächen. Aber wie kommt man dann ins Zentrum? Erste Vorschläge wurden festgehalten: Das Auto bleibt im Parkhaus am Stadtrand stehen, kleine Shuttle-Sharing-Busse fahren in die Innenstadt, für Radfahrer gibt es sichere Fahrradabstellanlagen. Gruppe 2 widmete sich einem „Spiele-Café“, um das generationsübergreifende Miteinander zu stärken und Spaß in den Alltag zu bringen. In der Diskussion über mögliche Partner kam die Wohnungsbaugenossenschaft Altmark ins Spiel. Sie gestaltet gerade ein Wohnquartier im Stadtsee-Gebiet neu und plant ein Nachbarschaftszentrum als Begegnungsort. Das Spiele-Café-Team startete schon mit einem konkreten Auftrag in die Umsetzung: Kontakt aufnehmen!

Am 25. November um 17.00 Uhr treffen sich alle bei der Praxiswerkstatt wieder, um weiter an ihren Ideen zu feilen. Überredet werden musste niemand. Auch das ist ein Indiz dafür, dass das Nachbarschaftsgespräch im „Digitallabor“ bestens funktioniert hat. Ein weiteres: In den drei Stunden des Online-Treffens gab es nur zehn Minuten Pause und die Zeit wurde trotzdem nicht lang. Dafür sorgten auch Superheld*innen-Pose, die Suche nach inspirierenden Gegenständen, Applaus und virtuelles Anstoßen.

Neugierig geworden? Mitmachen!

Wer an den Ideen „Autofreie Altstadt“ und „Spiele-Café“ mitarbeiten möchte, kann mit der Freiwilligen-Agentur Altmark e.V. Kontakt aufnehmen (03931/5656320,info@fa-altmark.de) oder sich direkt zurPraxiswerkstatt am 25. Novemberanmelden.

Es gibt weitere drei Nachbarschaftsgespräche, bei denen Sie eigene Ideen einbringen können.Hier geht’s zu den Terminen.




„Stendal besser machen!“

Digitales Beteiligungsprojekt sucht neue Ideen für nachbarschaftliches Miteinander

Stendal, 22.09.2019.

Ein neues Projekt will in Stendal den Zusammenhalt in der Nachbarschaft stärken. Das Ziel:das Miteinander in den Stadt- und Ortsteilen noch lebenswerter gestalten. „Stendal besser machen“ heißt die gemeinsame Aktion von Freiwilligen-Agentur Altmark, Bertelsmann Stiftung und Körber-Stiftung, die vom 22.09.2020 bis zum 28.11.2020 läuft. Alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind eingeladen, auf einer Online-Plattform Vorschläge einzureichen, in Nachbarschaftsgesprächen gemeinsam Ideen zu entwickeln und sich in einer Praxiswerkstatt für deren Umsetzung zu engagieren. Zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten ist die „Kleine Markthalle“.

Online-Portal mit Stadtkarte

Die Websitewww.stendalbessermachen.desoll die digitale Ideenschmiede für die Stadt werden, an der sich alle Bürgerinnen und Bürger beteiligen können.Auf einem digitalen Stadtplan können konkrete Ideen und Vorschläge notiert und kommentiert werden. „Gefragt sind alle Ideen, die das Miteinander in Stendal noch lebenswerter machen. Das können Vorschläge zu den unterschiedlichsten Themenbereichen sein – zum Beispiel zu Teilhabe und Sozialem, Bildung, Wohnen, Kultur und Freizeit, Wirtschaft und Arbeit bis hin zu Nachhaltigkeit und Mobilität“, erklärt Marion Zosel-Mohr, Geschäftsführerin der Freiwilligen-Agentur Altmark. Die Website ist ab dem 22.09.2020 online und bis zum 20.11.2020 können Ideen auf der digitalen Stadtkarte eingetragen werden.

Digitale Nachbarschaftsgespräche

Die Anregungen der Bürgerinnen und Bürger sollen aber nicht allein auf dem Stadtplan eingetragen werden, sondern die Menschen in Stendal sollen auch miteinander ins Gespräch kommen und gemeinsam Ideen entwickeln und diskutieren. Deshalb finden im Oktoberund November mehrere digitale Nachbarschaftsgespräche statt. „Wir laden alle Stendalerinnen und Stendaler in ein digitales Ideenlabor ein. Hier können sie sich über ihre Wünsche und Ideen für ein gut nachbarschaftliches Miteinander austauschen und gemeinsam kreativ werden. Zusammen mit anderen lassen sich oft die besten Ideen entwickeln.“, erklärt Julia Tegeler, Projektverantwortliche der Bertelsmann Stiftung. Weitere Infos und alle Termine finden sich auf der Plattformwww.stendalbessermachen.de

Digitale Praxiswerkstatt

Die Ideen, die auf der Online-Plattform und in den Nachbarschaftsgesprächen gesammelt werden, sollen möglichst bald umgesetzt werden. Deshalb wird Ende November eine digitale Praxiswerkstatt durchgeführt. Hier können engagierte und interessierte Menschen ihre Ideen gemeinsam mit dem „Stendal besser machen“-Projektteam weiterentwickeln und konkrete Projekte planen.Kleinere Projekte können danach direkt umgesetzt werden. Für größere Ziele und Vorhaben werden gemeinsam längerfristige Möglichkeiten zur Umsetzung erarbeitet.

Die Kleine Markthalle als Anlaufstelle

Wer über die digitale Stadtkarte und die digitalen Nachbarschaftsgespräche hinaus Ideen für ein besseres Miteinander einbringen und ins Gespräch darüber kommen möchte, kann auch in die Kleine Markthalle in der Hallstraße 49 kommen. Dort kann man sich direkt mit dem „Stendal besser machen“-Projektteam der Freiwilligen Agentur Altmark austauschen und Ideen analog einbringen. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 09:00 Uhr bis 12:00 Uhr und 13:00 Uhr bis 16:00 Uhr.

„Stendal besser machen“ als Teil einer bundesweiten Initiative

Die Aktion „Stendal besser machen“ ist übrigens Teil einer bundesweiten Initiative: Die Körber-Stiftung realisiert bundesweit „Meine Stadt besser machen“-Projekte in Kooperation mit lokalen Partnern – immer angepasst an das, was vor Ort gebraucht wird. „Unsere Beteiligungsformate setzen unmittelbar vor Ort an und laden dazu ein, gemeinsam konkrete Lösungsideen und Vorschläge für die zentralen Zukunftsfragen in der Nachbarschaft, im Quartier und der eigenen Stadtgesellschaft zu entwickeln. Jedes Stadt-Projekt ist dabei an fünf Prinzipen ausgerichtet: Es ist aufsuchend, gemeinwohlorientiert, analog und digital, themenoffen und fördert Engagement.“ so Programmleiter Hannes Hasenpatt, von der Körber-Stiftung. Das Projekt in Stendal ist aber auch etwas ganz Besonderes: Denn hier geht die Stiftung neue Wege. Mit dem DigitalLabor „Stendal besser machen“ wird das Format erstmals vollständig digital erprobt.

Flyer - Stendal besser machen